Die Planung des Unterrichts stellt eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Verlauf des Unterrichts dar. Zwar ist mir lange schon bewusst, dass eine nicht vorbereitete Unterrichtseinheit in manchen Situationen ein hervorragend vorbereitetes Stundenbild ohne weiteres weit übertreffen könnte. Doch ob sich diese eigentliche theoretische Annahme, lediglich bestätigt durch wenige Übungsauftritte im Rahmen der Übungsphase, nochmals bestätigen würde, war zu Beginn des Unterrichtspraktikums fraglich.

Für mich hat sich in diesem Unterrichtspraktikum herausgestellt, dass jede Stunde geplant sein muss, der Plan aber nicht schriftlich, sondern besser im Kopf gespeichert sein soll. Zu Beginn des Praktikums waren nämlich meine schriftlichen Stundenbilder so perfekt, wie wir es im Rahmen des Pädagogikstudiums gelernt haben: die Abfolge (Einleitung, Warm-up, Hauptteil, Wiederholungen, perfektes Ende) in minutengenauer Planung und Tafelbilder eins zu eins am Zettel. Obwohl ich schon lange vorm UP Sicherheit in meinem Auftreten und im Unterrichten durch verschiedene Engagements bei Vereinen, bei Konzerten auf der Bühne oder ähnlichen Events hatte, sind diese ersten Stunden des UPs für mich nicht optimal verlaufen. Ich meine damit nicht, dass ich schlecht begonnen hätte oder eine Klasse einmal nicht im Griff hatte, sondern dass ich mich mit diesem schriftlichen Ablauf und diesem Zettel, der irgendwo vor mir lag, nicht wohl fühlte. Ich musste öfter am Zettel den Ablauf nachlesen, obwohl ich ihn leicht im Kopf gehabt hätte. Und es war nicht so, dass ich die Abfolge vor lauter Aufregung nicht auswendig draufgehabt hätte. Die Tatsache, das es diesen Zettel in der Stunde gab, genügte, um sich von ihm abhängig machen zu lassen.

Nach einigen Wochen ließ ich meine schriftlichen Vorbereitungen, die ich auch heute noch schreibe, bewusst zu Hause, um ganz frei unterrichten zu können, und ich fühlte mich wesentlich wohler.   [weiter]


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